jagd

Es gibt die Chance der Abwahl

Nur ein Politikwechsel in den Ländern kann helfen, den jagd-feindlichen Unsinn zu beenden.

von Dr. Lucas v. Bothmer

Wir haben Februar, wir haben Jagdmesse, wir sind in Dortmund und somit im Herzen NRWs. Doch seit Umweltminister Remmel im bevölkerungsreichsten Bundesland ein „ökologisches Jagdgesetz“ erlassen hat, um unser Jagdrecht schrittweise vom Eigentum abzulösen und dem Naturschutz zu unterstellen, ist auch die „Jagd & Hund“ nicht mehr dieselbe. So mischen sich mehr und mehr besorgte Mienen unter die fröhliche Besucherschar; manch ein Grünrock schleicht gramgebeugt durch die Gänge, sucht Trost und Zuspruch – und sorgt sich um die Zukunft seines Reviers. Irgendwie zu Recht, finden Sie nicht?
Denn Remmels Gesetz traf die Jägerschaft ins Herz. Nirgendwo gibt es mehr Jäger als in Nordrhein-Westfalen, nirgendwo gibt es unter ihnen so viele Selbstständige, so viele Unternehmertypen, so viele erfolgreiche, bodenständige Waidmänner – und potenzielle Revierinhaber. Jäger, die Verantwortung nicht nur annehmen, sondern sie suchen. Jäger, für die Verantwortung und Eigentum untrennbar miteinander verknüpft sind; die es nicht gewohnt sind, dass man sie bevormundet, sei es in ihrer Eigenjagd oder ihrem Pachtrevier. Und mag es dem urbanen Drückjagdtouristen aus Köln oder Berlin egal sein, ob er keine Katzen mehr schießen oder Fallen mehr stellen darf; dem geplagten Niederwildrevier-Inhaber aus dem Münsterland raubt genau das den Schlaf. Doch weder Unkenrufe noch Grabreden bringen uns weiter. Die Verlustangst ist ein schlechter Ratgeber. Nur ein Politikwechsel kann helfen, den jagdfeindlichen Unsinn zu beenden. Denn die grünen Umweltminister in NRW, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Niedersachsen sind keine apokalyptischen Reiter, sondern gewählte Vertreter von Minderheiten. Und das bietet eine fast in Vergessenheit geratene Chance: die Chance der Abwahl! In Nordrhein-Westfalen stehen die Chancen nicht einmal schlecht, dass die Grünen im Mai dieses Jahres aus der Regierung gekegelt werden. Und dann?

In den letzten Jahren hat sich kein Politiker in Deutschland so um die Jäger bemüht wie der FDP-Vorsitzende Christian Lindner. Mit einer eigentumsfreundlichen, antibürokratischen und liberalen (Jagd-)Politik hat er seine Partei in den Umfragewerten aus der Versenkung geführt. Die FDP ist zurück – und wo früher falsche Wahlversprechen, eitles Postengeschacher oder substanzloses Spaßparteigehabe war, da ist nun politisch konsistenter Inhalt.

Mögen CDU und SPD inzwischen zu Schwesterparteien mutiert sein: Als Jäger müssen wir primär schauen, dass überall dort, wo heute Grüne die Umweltminister stellen, bald Gelbe sitzen. Denn wenn das Jagdrecht zum Spielball der Klientelpolitiker geworden ist, warum dann nicht ein paar eigene Spieler aufs Feld schicken? Und die FDP hat endlich wieder Ausnahme-„Liberos“ unter Vertrag.
In NRW etwa ist Kapitän Christian Lindner immer anspielbar. Im Landtag von Niedersachsen nimmt Flügelstürmer Gero Hocker Wolfsideologen in die Zange. Und in Schleswig-Holstein kann Rampensau Wolfgang Kubicki jederzeit von der Bank kommen, um vor der Kamera eiskalt zu verwandeln. In allen drei Ländern wird in den nächsten zwölf Monaten gewählt!